Newsletter #2 des AStA Arbeitskreises Mental Health: Gesund mit Klimaangst umgehen 🌏 🧠

Liebe Studierende, 

mit diesem Newsletter möchten wir euch einige Gedanken zum Umgang mit Klimaangst mitgeben. Am 25. MĂ€rz waren wir wieder auf den Straßen und haben fĂŒr Frieden & (Klima)Gerechtigkeit demonstriert. Bei solchen globalen Klimastreiks spĂŒrt man oft eine besondere Energie: Wir fĂŒhlen uns mit unseren Ängsten und Verzweiflung weniger allein, vergessen kurz unsere OhnmachtsgefĂŒhle. Das gibt uns wieder Kraft und Hoffnung ✊

Es kann aber durchaus passieren, dass wir uns gegenĂŒber der Klima- und BiodiversitĂ€tskrise, sowie gegenĂŒber anderen großen Krisen unserer Zeiten (nicht zuletzt der Pandemie und dem Krieg in der Ukraine) ĂŒberfordert und lahm fĂŒhlen. 

  • Was tun, wenn das auf einmal zu viel wird? 
  • Auf welchen BewĂ€ltigungsstrategien verfĂŒge ich? 
  • Wo kann ich mir Hilfe holen, wenn mir meine persönlichen Ressourcen nicht reichen? 

Eine umfangreiche Antwort zu diesen Fragen sprengt natĂŒrlich den Rahmen dieser Newsletter, uns ist es aber wichtig, euch auf einer Auswahl möglicher Hilfestellungen hinzuweisen đŸ€—

Klimaangst, “Solastalgie”, Weltschmerz & Co: die psychischen Folgen der Klima & BiodiversitĂ€tskrise. 

In den letzten Jahren haben sich verschiedene Begriffe verbreitet, mit dem man versucht die Bandbreite an psychischen Belastungen durch UmweltverĂ€nderungen und -zerstörung zu beschreiben. Neulich hat der Weltklimarat  (IPCC) in seinem letzten Sachstandsbericht (Februar 2022) betont, dass Klima-Anpassungsmaßahmen u.a. die psychischen Konsequenzen vom Klimawandel mitberĂŒcksichtigen mĂŒssen, denn dieser fĂŒhrt zu zunehmenden psychischen Herausforderungen, Stress und Ängsten 😔

Die Klimakrise fĂŒhrt bereits zu posttraumatischen Belastungsstörungen und Depressionen, vor allem unter den von extremen Wetterereignissen oder RĂ€umungen betroffen Communities. MAPA (“Most Affected People & Areas”) erleben direkte traumatische Erfahrungen wie Zerstörung, Verlust oder Verlassen der eigenen Heimat. Das Wort “Solastalgie” beschreibt genau den Schmerz und Trauer um den Verlust der eigenen Umwelt und ihrer Geborgenheit (Albrecht, 2006). 

âžĄïž What is MAPA? (@fridaysforfuturemapa) 

Insbesondere Menschen, die sich intensiv mit der Klima- und BiodiversitĂ€tskrise, Klimagerechtigkeit und Nachhaltigkeit beschĂ€ftigen, fĂŒhlen sich oft von verschiedenen unangenehmen GefĂŒhlen belastet: Hoffnungslosigkeit, Überforderung, Wut gegen UntĂ€tigkeit, Trauer, Ohnmacht, Verzweiflung,
 Diese verschiedene Facetten der Klimaangst werden oft durch InformationsĂŒberflutung ausgelöst und gestĂ€rkt. Daher finden wir es wichtig, euch auf diese Tipps zum bewussten und gezielten Konsum von Nachrichten hinzuweisen, die immer noch sehr aktuell sind đŸ“Č

🎬 Klimaangst & Co. – Die psychischen Folgen der Klimakrise – Hannah Klenk – Public Climate School 

📄 Klimaangst: Wie wir emotional mit der Klimakrise umgehen – Spektrum der Wissenschaft

Verzweiflung im Studium & Engagement 

Aus GesprĂ€chen in unseren Kreisen haben wir in letzter Zeiten gemerkt, dass Unsicherheiten und Ängste ĂŒber unsere Gegenwart und Zukunft oft dazu fĂŒhren, dass man den Sinn des eigenen Studiums und Engagement hinterfragt. WofĂŒr mache / lerne ich das ĂŒberhaupt? Gerade unter Studierenden, die sich viel mit Nachhaltigkeit und Fragen der großen Transformation beschĂ€ftigen, wird das Thema immer prĂ€senter đŸ€” Wenn das auch fĂŒr dich der Fall ist, kannst du dich z.B. an der Studienberatung der Uni wenden oder eine der Hilfestellungen und Beratungsangeboten der Psychologists und Psychotherapists for Future in Anspruch nehmen (siehe unten). 

Erfahrungsbericht & Tipps fĂŒr den Umgang mit globalen Krisen

“Der schlimmste Moment ist fĂŒr mich, wenn ich immer wieder merke, dass alle unsere Krisen irgendwie zusammen hĂ€ngen. Es ist diese KomplexitĂ€t, was mich ĂŒberfordert. Das GefĂŒhl in einer Sackgasse zu stecken. Manchmal habe ich den Eindruck, dass ich hoffnungsloser werde, je mehr ich mich ĂŒber den Stand unseres Planeten und unserer Gesellschaft informiere. In den letzten Monaten habe ich gelernt, meine coping Mechanismen zu diesen unangenehmen GefĂŒhlen zu erkennen: z.B. höre ich sehr gerne Podcasts, jedoch habe ich keine Lust auf Podcasts ĂŒber Nachhaltigkeit oder Klima. Ich habe Angst, dass ich davon wieder getriggert werde, obwohl manche Podcasts eigentlich positive Botschaften vermitteln. GrundsĂ€tzlich vermeide ich mich mit der Klima & BiodiversitĂ€tskrise noch weiter zu beschĂ€ftigen. Deswegen habe ich festgestellt, dass ich eine Art finden will und soll, wie ich mit globalen Krisen und InformationsĂŒberflutung umgehen kann. Wie kann ich diese Angst in Kraft umwandeln, um mich weiter zu engagieren? Das ist gefĂŒhlt ein Prozess, was mir mein ganzes Leben begleiten wird. Bisher habe ich folgende Aspekte identifiziert, die fĂŒr mich in einen gesunden Umgang mit der Klimakrise und anderen globalen Krisen wichtig sind.”

⚠ Disclaimer: diese coping Strategien ersetzen in keinem Fall eine professionelle Begleitung, sondern sind fĂŒr eine niederschwellige SelbstfĂŒrsorge gedacht. Wichtig ist, dass jede:r eigene AnsĂ€tze findet, welche ihr:ihm gut tun und am besten helfen können. 

🚩 auf meine Ressourcen achten: wo stecke ich meine Energie? Wie kann ich durch Pausen und Freizeitgestaltung Ausgleich schaffen? Es ist ĂŒberhaupt nicht egoistisch, sich zurĂŒckzuziehen und Aufgaben anderen zu ĂŒberlassen. “SelbstfĂŒrsorge schließt natĂŒrlich nicht die FĂŒrsorge um andere und den Planeten aus” (aus der Folge “SelbstfĂŒrsorge” vom Podcast “Klima im Kopf”) 

“Energie-Level-Check” mit einer bestimmten Aktion im Alltag koppeln: z.B. wenn man bei einer roten Ampel warten muss, sich fragen wie gerade der Level fĂŒr Energie fĂŒr verschiedene TĂ€tigkeiten ist. 

đŸ–ïž Selbstwirksamkeit erleben: wo kann & will ich mich engagieren? Auf lokaler, regionaler, globalen Ebene


🔝 PrioritĂ€ten im eigenen Engagement setzen: wie viel von meiner Zeit will ich einem Projekt widmen? Ich muss mich nicht bei allen möglichen Aktionen beteiligen, wenn ich merke, dass das zu viel wird. In diesem Fall ist mir QualitĂ€t wichtiger als QuantitĂ€t. 

đŸ“» auf meinem Nachrichtenkonsum achten: Wo & wie lange am Tag informiere ich mich? Auf unbewusste coping Mechanismen wie Vermeidung / VerdrĂ€ngung achten!

✍ GefĂŒhlsverarbeitung z.B. durch AchtsamkeitsĂŒbungen, Journaling, kĂŒnstlerische BeschĂ€ftigungen (Collage, Basteln,
), Zeit in der Natur,


In dieser EinfĂŒhrung zur Klimaangst – Psychologists for Future kannst du spannenden Anreize finden, wie man mit Ängsten, nicht nur auf der individuellen Ebene, sondern auch auf der Gruppen– und gesellschaftliche Ebene umgehen kann. Wie wir schon in der ersten Newsletter zur PrĂŒfungsangst geschrieben haben, ist  “geteilter Stress – halber Stress”. Gerade wenn ihr euch ĂŒberfordert fĂŒhlt, kann es schon helfen, sich zu trauen, die eigenen Ängsten mit anderen zu teilen. Insbesondere in Engagements-Gruppen kann die Zeit zum Austausch zu kurz kommen, wenn man mit Planung, Orga, Anfragen, Öffentlichkeitsarbeit & Co beschĂ€ftigt ist. DafĂŒr kann es sehr hilfreich und beruhigend sein, sich bewusst Zeit zu nehmen, um ĂŒber Sorgen und Unsicherheiten zu reden. Ihr werdet bald erfahren, dass ihr nicht mehr als EinzelkĂ€mpfer:innen allein seid đŸ€

Hier noch hilfreiche Infos: “SelbstfĂŒrsorge fĂŒr WeltfĂŒrsorge” 

Die Studienberatung der Leuphana bietet mittwochs & donnerstags eine offene Sprechstunde sowie individuelle Beratungen an. 

Die Psychologists & Psychotherapists for Future (Psy4F) haben zahlreiche Tipps zum emotionalen Umgang mit der Klimakrise gesammelt sowie gezielten Fragen zur Selbstreflektion zusammengestellt.

📝 Klima-Resilienz fördern – 14 Strategien zum emotionalen Umgang mit der Klimakrise

Hier eine EinfĂŒhrung und ein Arbeitsblatt zur SelbstfĂŒrsorge, damit ihr auf eure GrundbedĂŒrfnisse achten und eure Energien fĂŒr eures Engagement regenerieren könnt. 

📝 Die 10 SĂ€ulen der SelbstfĂŒrsorge

Veranstaltungen

Offene GesprĂ€chskreisen von den Psychologists for Future: am 21. jedes Monats (ĂŒber Zoom)

Infos & Anmeldung âžĄïž UnterstĂŒtzung fĂŒr Engagierte – Psychologists for Future

Falls ihr in euren Gruppen einen Workshop oder Vortrag organisieren möchtet, könnt ihr euch gerne an dieser E-Mail Adresse wenden âžĄïž  

Ressourcen

💬 Kostenfreie Beratung zu Klima- und Aktivismus Themen (es wird keine Diagnose erstellt und es ersetzt keine Therapie). Beratungsanfrage an  

đŸ“Č Telegram Kanal Achtsamkeit fĂŒr Engagierte Alle zwei Woche treffen sich engagierte Menschen zum Austausch ĂŒber Achtsamkeit & Aktivismus rund um Themen wie Resilienz & SelbstfĂŒrsorge

đŸ“© Newsletter – Psychologists for Future

đŸŽ™ïž Podcast: ​​Klima im Kopf – Der Psychologists for Future Podcast
Allgemeine Podcastempfehlung: Danke gut! Der Podcast ĂŒber Pop & Psyche (Miriam Davoudvandi)

📗 Buch: Climate action – Psychologie der Klimakrise: Handlungshemmnisse und Handlungsmöglichkeiten. VerfĂŒgbar ĂŒber Lux 

Last but not least: Falls du das verpasst hast, kannst du unser Take-Over in den Stories der Leuphana College Account unter “Mental Health” nachholen! 

Erste Anlaufstellen

Studentenwerk: Psychotherapeutische Beratung (https://stw-on.de/l%C3%BCneburg/beratung/pbs

Telefonseelsorge: 24 h erreichbar unter (0800) 111 0 111 oder (0800) 111 0 222 

UniversitÀt: Studienberatung (https://www.leuphana.de/services/studienberatung.html

AStA: Studium Minus Barriere (https://www.asta-lueneburg.de/service/studium-barriere/

In NotfÀllen wendet euch bitte an:

Psychiatrische Klinik (Portal), Am WienebĂŒttler Weg 1 (LĂŒneburg)

Tel. (04131) 601 16 00 oder (04131) 601 16 22 (Aufnahme)

Weitere Anlaufstellen

Selbsthilfekontaktstelle

Selbsthilfe bei Depressionen 

Suchtberatung 

Evangelische/Katholische Hochschulseelsorge 

Checkpoint-Queer 

Frauenhaus

Kinder- und Jugendtelefon 

Telefonseelsorge

Sozialpsychiatrischer Dienst 

Mitmachen

Dieser Newsletter ist zusammengestellt vom Arbeitskreis Mental Health des AStA. Du hast Lust, dich mit dem Thema mentaler Gesundheit zu beschĂ€ftigen und andere Studierende darĂŒber zu informieren? Dann melde dich gerne bei uns! Wir freuen uns, ĂŒber jede*n der*die mitmacht!

Kontakt

AStA UniversitĂ€t LĂŒneburg

c/o Arbeitskreis Mental Health

UniversitÀtsallee 1

21335 LĂŒneburg

Mail:

Website: www.asta-lueneburg.de/arbeitskreis-mental-health/