Last updated 25. Mai 2026 | Sprecherinnen
Vom 18. Mai – 10. Juni 2026 findet auf dem Campus der Universität Lüneburg (dem Standort der ehemaligen Scharnhorst-Kaserne) ein Gedenkmonat zum Thema: “Anfang der sichtbaren Campusgeschichte, kein Ende der Erinnerungskultur” statt. Gemeinsam wird an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert und über einen Umgang mit der Geschichte des Campus debattiert.
Die Scharnhorst-Kaserne, welche 1936 errichtet wurde, beherbergte u.a. das Infanterie-Regiment 47 und Teile der Infanterie-Division 110 der Wehrmacht, die von Lüneburg und der Region aus in Südosteuropa, in Nordafrika sowie in Russland im Rahmen des sog. „Unternehmens Barbarossa“ – dem Codewort für den Vernichtungsfeldzug gegen die Sowjetunion – im Einsatz waren und dabei an verschiedensten Kriegsverbrechen beteiligt waren. Die NS-Vergangenheit ist am heutigen Campus der Universität Lüneburg nicht sichtbar.
Das wollen wir ändern! Während des Gedenkmonats ist der Ausstellungscontainer #StolenMemory der Arolsen Archives bei uns auf dem Campus zu Gast und drumherum entsteht ein ganzer Monat voller Veranstaltungen, Begegnungen und Erinnerung.
In diesem Monat laden wir am Campus Studierenden sowie Bürger*innen der Stadt ein, sich mit den Verbrechen des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen, sowie den Opfern zu gedenken und eine aktive Erinnerungskultur aufleben zu lassen.

Programm
18.05. – 10.06.2026 // Universitätsmensa
Ausstellungscontainer #StolenMemory in Kooperation mit den Arolsen Archives
#StolenMemory ist eine Kampagne der Arolsen Archives zur Rückgabe persönlicher Gegenstände – sogenannter Effekten – von ehemaligen KZ-Häftlingen an ihre Angehörigen. Im Rahmen der Fördermaßnahme „Kultur in ländlichen Räumen“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien konnte eine mobile #StolenMemory Wanderausstellung entwickelt werden, die in einem Überseecontainer installiert ist. Sie wird durch eine Website, eine App sowie pädagogische Bildungsmaterialien begleitet.
Die Arolsen Archives sind ein internationales Zentrum über NS-Verfolgung mit dem weltweit umfangreichsten Archiv zu den Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus. Die Begleitmaterialen wurden 2020 mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet und kann unter https://stolenmemory.org/ eingesehen werden.
Der Ausstellungscontainer steht vom 18.05.2026 bis zum 10.06.2026 vor der Mensa der Universität Lüneburg und ist Montags bis Freitags von 10:00-18:00 Uhr begehbar. Besichtigungen am Wochenende sind mit Terminvereinbarung möglich (Kontakt über ).
15.05.2026 // 15:00 Uhr // Reichsbahnwaggon im Wandrahmpark // Anmeldung notwendig!
Antifaschistische Fahrradtour
In den letzten Tagen des 2. Weltkrieges fand das größte Kriegsverbrechen auf Lüneburger Boden statt. SS und Wehrmacht ermordeten insgesamt 385 KZ-Häftlinge eines Gefangenentransportes von Wilhelmshaven nach Neuengamme, durchgeführt durch die Deutsche Reichsbahn, der auf dem Lüneburger Güterbahnhof zum Stehen kam.
Die Rundfahrt führt zu den einzelnen Stationen des Verbrechens beginnend am Reichsbahnwaggon im Wandrahmpark in Lüneburg und endet am Ehrenfriedhof im Wilschenbruch.
Dauer: ca. 1,5h – Treffpunkt: ist der Reichsbahnwaggon im Wandrahmpark – Preis: 5 €
Anmeldung: unter 04131-40360 oder
18.05.2026 // 18:30 Uhr // Universitätsmensa
Auftaktveranstaltung Gedenkmonat: Anfang der sichtbaren Campusgeschichte, kein Ende der Erinnerungskultur
Den Auftakt unserer Gedenkmonats feiern wir am Montag, den 18. Mai um 18.30 Uhr direkt rund um den Container: draußen vor der Mensa, auf Augenhöhe, mit kurzen Redebeiträgen aus Stadt, Universität und den Arolsen Archives. Musikalisch begleitet vom Cantorum der Leuphana Universität, sowie einer anschließenden Kritischen Campustour. Wir freuen uns über jede Person, die dabei ist!
Die Veranstaltung wird vrsl. draußen stattfinden.
27.05.2026 // 18:00 Uhr // Ratsbücherei
Vortrag: Gesellschaft für Unternehmensgeschichte
Die Gesellschaft für Unternehmensgeschichte (GUG) ist eine international anerkannte wissenschaftliche Einrichtung zur Förderung der unternehmenshistorischen Forschung. Sie verbindet akademische Expertise mit praxisnaher Beratung. Eine Spezialisierung der GUG besteht in der Aufarbeitung der Geschichte von Unternehmen während des „Dritten Reichs“. Ziel ist eine wissenschaftlich fundierte Einordnung unternehmerischer Verantwortung im historischen Kontext.
Dr. Ronja Kieffer, Teamleiterin Studien bei der GUG, gibt in diesem Vortrag Einblicke in die Arbeit der Organisation und zeigt anhand konkreter Beispiele, wie Unternehmensgeschichte erforscht, aufgearbeitet und vermittelt wird. Der Vortrag richtet sich an alle, die sich für Wirtschaftsgeschichte, historische Unternehmensforschung oder die Schnittstelle von Wissenschaft und Praxis interessieren.
Mehr Informationen unter: https://unternehmensgeschichte.de
28.05.2026 // 15:00 Uhr // Campusgebäude C9
Kritische Campustour
Was steckt hinter den Gebäuden, in denen wir unseren Alltag verbringen? Die kritische Campustour des Öko?-logisch! Referats, des AK Campusgeschichte und des AStA lädt ein, den Campus der Leuphana Universität Lüneburg neu zu entdecken. Als Alternative zur offiziellen Campusführung beleuchten wir die Geschichte des Campus kritisch – jenseits von Marketing und Hochglanzbroschüren. Gemeinsam schauen wir, was die Uni und der Campus nach außen zeigt aber auch was (noch) unsichtbar bleibt.
Wir treffen uns vor dem Gebäude C9. Verfügbar in Deutsch und Englisch.
30.05.2026 // 11:00 Uhr // »Euthanasie«-Gedenkstätte Lüneburg gGmbH // Anmeldung notwendig!
Geschichtlicher Rundgang: Euthanasie-Gedenkstätte Lüneburg
Die »Euthanasie«-Gedenkstätte Lüneburg befindet sich am Ort der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg, von der ab 1934 Zwangssterilisationen und ab 1941 verschiedene »Euthanasie«-Maßnahmen ausgingen. Die Gedenkstätte informiert über die unheilvolle Geschichte der Lüneburger Heil- und Pflegeanstalt, insbesondere über Rassenhygiene und Eugenik, Geschichte der Pflege und Medizin, Geschichte von Menschen mit Behinderungen, Zwangssterilisation, Kinder- und Jugendlichen-»Euthanasie«, über die »Aktion T4«, »dezentrale Euthanasie« bis in die frühe Nachkriegszeit hinein, sowie über Verantwortung und Täterschaft bzw. die Aufarbeitung der Verbrechen nach 1945. Neben diesen zeitgeschichtlichen Themen informiert die Gedenkstätte gegenwartsbezogen über Menschenrechte für Kinder, Menschenrechte für Menschen mit einer Behinderung, Leben mit einer psychischen Erkrankung und Behinderung sowie Inklusion.
Begleite uns auf einem Rundgang über das Gelände der Psychiatrischen Klinik Lüneburg und tauche ein in die Geschichte der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt. Treffpunkt ist vor dem Dokumentationszentrum im ehemaligen Badehaus (Haus 34) und sind etwa 2 Stunden gemeinsam unterwegs. Auch die Ausstellung im DOKUMENTATIONSZENTRUM kann im Anschluss an den Rundgang besucht werden.
Anmelden kannst du dich hier.
05.06.2026 // 17:00 Uhr // Campusgebäude C9
Kritische Campustour
Was steckt hinter den Gebäuden, in denen wir unseren Alltag verbringen? Die kritische Campustour des Öko?-logisch! Referats, des AK Campusgeschichte und des AStA lädt ein, den Campus der Leuphana Universität Lüneburg neu zu entdecken. Als Alternative zur offiziellen Campusführung beleuchten wir die Geschichte des Campus kritisch – jenseits von Marketing und Hochglanzbroschüren. Gemeinsam schauen wir, was die Uni und der Campus nach außen zeigt aber auch was (noch) unsichtbar bleibt.
Wir treffen uns vor dem Gebäude C9. Verfügbar in Deutsch und Englisch.
07.06.2026 // 10:30 Uhr // Campusgebäude C9 // Anmeldung notwendig!
Exkursion zur KZ-Gedenkstätte Neuengamme
Ende 1938 errichtete die SS in einer stillgelegten Ziegelei in Hamburg-Neuengamme ein Außenlager des KZ Sachsenhausen. Ab 1940 wurde es zu einem eigenständigen Konzentrationslager – bis 1945 das zentrale KZ Nordwestdeutschlands. Zehntausende Menschen aus allen besetzten Ländern Europas wurden hierher deportiert, wegen Widerstand gegen die Besatzung, Auflehnung gegen Zwangsarbeit oder aus rassistischen Gründen. In Neuengamme und seinen über 85 Außenlagern mussten die Häftlinge Schwerstarbeit für die Kriegswirtschaft leisten. Mindestens 42.900 Menschen kamen ums Leben – im Hauptlager, in den Außenlagern oder bei den Lagerräumungen am Kriegsende.
Die Exkursion zur KZ-Gedenkstätte Neuengamme bietet die Möglichkeit, diesen Ort der Erinnerung persönlich zu erleben. Die Fahrt erfolgt gemeinsam per Bus. Die Teilnehmer*innenanzahl ist begrenzt – eine rechtzeitige Anmeldung wird empfohlen.
Verfügbar in Deutsch und Englisch.
Anmelden kannst du dich hier.
07.06.2026 // 15:00 Uhr // Jüdischer Friedhof
Jüdischer Friedhof – Tag der offenen Tür
Der Jüdische Friedhof in Lüneburg blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Gegründet 1823 – nach fast 150 Jahren, in denen die jüdische Gemeinde ihre Toten in anderen Städten begraben musste – wuchs er über Jahrzehnte zu einem bedeutenden Ort der Lüneburger jüdischen Gemeinde. Im Zuge der Novemberpogrome 1938 wurde er geschändet, im Winter 1943/44 ließ die Stadt das Gelände planieren und fast alle Grabsteine abtransportieren. Jahrzehntelang blieb er ein vergessener Ort. Seit 2022 wird der Friedhof schrittweise saniert – im Mai 2026 wurde die Restaurierung abgeschlossen. Die wenigen erhaltenen Grabsteine wurden neu aufgestellt, sechs Stelen tragen nun die Namen aller hier Bestatteten. Die wiederhergestellte Trauerhalle dient heute als Lern-, Begegnungs- und Erinnerungsort.
Zum Tag der offenen Tür öffnet der Friedhof seine Tore und lädt ein, diesen Ort der Erinnerung zu entdecken. Stündlich gibt es Rundgänge über das Gelände – um 15, 16 und 17 Uhr.
Mehr Informationen unter: https://jüdisches-leben-in-lüneburg.de
10.06.2026 // 18:00 Uhr // Junge Bühne T.3
Theaterstück: Anfang – kein Ende
Lüneburg, 1945: In einer Turnhalle in der Lindenstraße – heute abgerissen, einst in unmittelbarer Nachbarschaft des heutigen Theaters – fand der erste Bergen-Belsen-Prozess statt. 45 mutmaßliche Täter*innen aus dem KZ Bergen-Belsen standen vor Gericht, elf wurden zum Tode verurteilt. Siebzig Jahre später fand in Lüneburg ein weiterer, letzter NS-Prozess statt: Oskar Gröning, „Der Buchhalter von Auschwitz”, wurde der Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen angeklagt.
Das Theater Lüneburg nimmt das 80. Jubiläum der Befreiung vom Nationalsozialismus zum Anlass für ein lokales Rechercheprojekt: Wie wurden diese Prozesse in der Stadtgesellschaft wahrgenommen? Was geschah in den Jahrzehnten dazwischen? Zeitzeug*innen, Expert*innen und Bürger*innen kommen zu Wort.
Nach der Vorstellung (Spieldauer: 1:40 Std.) laden wir zum Nachgespräch ein: Gemeinsam mit den beiden Dramaturginnen tauchen wir tiefer in die Recherchearbeit hinter dem Stück ein und kommen ins Gespräch. Diese Veranstaltung markiert zugleich den Abschluss unseres Gedenkmonats, so dass der AK Campusgeschichte den Abend mit einer abschließenden Danksagung beenden wird.
Für Studierende steht eine begrenzte Anzahl an kostenlose Karten zur Verfügung – meldet euch bei uns, um schon jetzt ein Ticket zu erhalten. Sollten alle Gratistickets vergeben sein, behält das Semesterticket Kultur selbstverständlich seine Gültigkeit.
Anmeldung für Studierende hier.
Weitere Informationen und Tickets: https://www.theater-lueneburg.de/anfang-kein-ende
18.05. – 10.06.2026 // SCALA Programmkino
Reduziertes Filmprogramm für “Nürnberg”
Der Aktionsmonat wirft einen Blick auf die Verbrechen des Nationalsozialismus und ihre juristische Aufarbeitung und genau darum geht es auch in diesem Film. Das SCALA Programmkino zeigt Nürnberg für Studierende zu einem extra reduzierten Tarif. (Studi-Ausweis notwendig!)
Nürnberg, 1945. In den Ruinen einer zerstörten Stadt erhält der amerikanische Militärpsychiater Dr. Douglas M. Kelley einen ungewöhnlichen Auftrag: Er soll die inhaftierten Hauptverantwortlichen des Naziregimes auf die Nürnberger Prozesse vorbereiten. Unter ihnen ist der ehemalige Reichsmarschall Hermann Göring dessen Intelligenz und manipulative Stärke Kelley herausfordern und zugleich faszinieren. Ein packendes Thrillerdrama über die Nürnberger Prozesse und den Beginn des modernen Völkerrechts.
Verfügbar in Deutsch und Englisch.
Weitere Informationen und Tickets: https://www.scala-kino.net/filme/nuernberg
