Ausschreibung für das kommende Semester

Ausschreibung Wintersemester 22/23

Liebe Studis! Die Alternative Lehre ist der Ort für autonome und kritische Bildung! Hier habt ihr die Möglichkeit, Lehre selbst zu gestalten und zu erleben, damit aber auch euch und andere zu bilden. Auch im kommenden Semester wird die Alternative Lehre wieder stattfinden. Das Leitthema ist dieses Mal Widerstände.

In den alternativen Lehrveranstaltungen soll Student*innen die Möglichkeit geboten werden, Themen zu vertiefen, welche in der Lehre vielleicht aktuell nicht ausreichend Raum finden oder aber aus einer Perspektive betrachtet werden sollen, die in dem universitären Mainstream nicht vorkommt. Die Alternative Lehre ist dabei ein vom AStA organisierter Rahmen, in dem Studierende aller Fächer ihre Bildung selbst in die Hand nehmen können. Ziel ist es, kritische Selbstbildung zu ermöglichen, um der Studierendenschaft so die Möglichkeit nach autonomen Lehren und Lernen zu geben. Abseits von Leistungszwängen und Prüfungsdruck, können hier auch randständige, darum aber nicht weniger wichtige Perspektiven ihre Beachtung finden, die im regulären Lehrbetrieb keinen Platz haben. Die Alternative Lehre will also einen Gegenpol dazu schaffen – eine Alternative eben.

Die Alternative Lehre findet dieses Semester nun schon zum fünfzehnten Mal statt und die Erfahrung der vergangenen Semestern hat gezeigt, dass es gerade die Seminare und Veranstaltungen hier sind, die eine nachhaltige Beschäftigung mit Theorie ermöglichen und aus denen mit am meisten gezogen werden kann.
Durch die gleichberechtigte Diskussion zwischen der*dem Lehrenden mit den Teilnehmer*innen, können alle Beteiligten ihre Perspektive erweitern und neue Ansichten gewinnen. Dadurch, dass keinerlei Zwang oder Druck besteht, wird rein interessengeleitete Bildung erlebbar gemacht. Nehmen wir unsere Bildung selbst in die Hand und werden proaktiv und kreativ!

Wir suchen nun engagierte Studis, die alternative Lehrveranstaltungen zu spannenden und aktuellen Themen geben möchten. Die Form der Veranstaltung, ob sie allein oder mit mehreren angeboten wird und wie oft sie stattfinden soll, sowie das Format – bestimmt ihr selbst.

Um eine Alternative zum oft gehetzten Lehrbetrieb zu bieten und die Gelegenheit zu schaffen, sich Inhalte gemeinschaftlich und auf Augenhöhe anzueignen und zu diskutieren, möchten wir einen guten Rahmen schaffen und ein vielseitiges alternatives Lehrprogramm aufstellen. Die Organisationsarbeit für Räume, Zeitpläne, die Bewerbung des Lehrangebotes usw. übernehmen wir. Für euren zeitlichen Aufwand erhaltet ihr eine Entschädigung, die am aktuellen AStA-Stundensatz orientiert ist und bis zu zwei Lehrende sowie Vor- und Nachbereitungszeit beachtet. Die Unkosten für Material übernehmen wir ebenfalls – ihr könnt euch also ganz auf eure Inhalte konzentrieren!

Also, bewerbt euch mit eurem Seminarvorschlag und fördert die kritische Auseinandersetzung mit relevanten Inhalten an der Universität! Die Veranstaltungen können dabei von allen Studierenden der Uni angeboten werden, sofern das inhaltliche Konzept schlüssig ist. Füllt dazu einfach das Formular unten auf der Seite aus oder schickt uns euer Konzept an . Bewerbungsschluss ist der 09. Oktober.

Das Leitthema im Wintersemester 2022/23 ist „Widerstände“

Das aktuelle Weltgeschehen ist geprägt durch Krisen und Herausforderungen. Neben der weiterhin bestehenden Corona-Pandemie und dem Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine, verschärfen diese und andere Ereignisse auch noch die enorme Ungleichheit und soziale Ungerechtigkeit. Ihnen entspringen aber auch verschiedenste Widerstände.

Auf der einen Seite gibt es Bewegungen, die den Begriff des Widerstands missbrauchen, um sich selbst in eine legitime Position zu begeben. Da sind z.B. die Corona-Leugner*innen und Maßnahmen-Gegner*innen, die sich als „Widerstand“ gegen ein vermeintliches „Corona-Regime“ versuchen zu inszenieren. Aber auch die russische Armee hat versucht ihren Krieg als „Spezialoperation“, als „Widerstand“ gegen ukrainische Nazis zu framen und so zu legitimieren.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch tatsächlich widerständige Bewegungen, die versuchen, auf die Herausforderungen unserer Zeit Antworten zu finden und ihren Forderungen durch widerständige Praxis Nachdruck zu verleihen. Genannt seien hier nur beispielhaft der in diesem Jahr stattgefundene längste Krankenhausstreik von Pflegekräften in NRW, der Streik der Hafenarbeiter*innen in Hamburg und die Klima-Demos in und um Hamburg Anfang August.

Doch Widerstände können nicht nur als emanzipatorische Praxis in Erscheinung treten, sondern begegnen einem selbst oft auch im Alltag. Der Unialltag ist da keine Ausnahme. Widerstände können sich zum Beispiel beim BAföG-Antrag auftun.
Jetzt, im Wintersemester, kommen auch wieder neue Erstsemestler*innen an die Uni. Grade für Menschen, die mit einem Studium beginnen, kann die Universität auch viele Widerstände produzieren. Zum einen können dies innere Widerstände sein, wenn man mit Standpunkten konfrontiert wird, die erst einmal befremdlich erscheinen und ein Unbehagen in einem Selbst auslösen. Solche Widerstände müssen erst einmal durchgearbeitet werden, um produktiv gemacht zu werden. Doch wie geht das?
Aber auch andere Dinge können den Studienstart erschweren: habe ich vielleicht nicht Deutsch als Erstsprache oder komme nicht aus einem Haushalt, der mir Bildungssprache mitgegeben hat und muss mich deshalb mit sprachlichen Widerständen auseinandersetzen? Habe ich vielleicht eine Lese-Rechtschreib-Schwäche und schaffe das teils hohe Lesepensum nicht?

All diese verschiedenen Aspekte von Widerstand können in der Alternativen Lehre aufgegriffen werden. Sei es ein Lesekreis, der sich Theorien des Widerstandes anschauen möchte, sei es ein Seminar, dass historische Widerstandsbewegungen untersuchen möchte oder sei es ein Methodenseminar, dass sich den Widerständen annehmen möchte, die sich (beginnenden) Studis in den Weg stellen. Dies soll natürlich nur die Bandbreite illustrieren und als Beispiel und Inspiration dienen.

Werdet kreativ, seid kritisch und bewerbt euch mit eurem Konzept!

Bewerbungsformular

circa 150 Wörter.