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Rede des AStA zur Graduiertenfeier am 16.06.

Bei den Graduiertenfeiern am 16. Juni 2018 durften wir einige ehemalige Kommiliton*innen verabschieden. Wir wünschen nochmals herzlichen Glückwunsch zu den Abschlüssen und alles Gute bei den weiteren Vorhaben.

In seiner Rede hat Kevin als Vertreter des AStA einige Worte über die Rolle von Wissenschaft und die Gemeinsamkeit unserer verschiedenen Fächer an die Absolvent*innen und das Publikum gerichtet, die wir auch noch einmal mit euch teilen möchten:

„Völlig egal was euch interessiert, wofür ihr euch vielleicht engagiert, was ihr studiert habt, welche Themen euch bewegen oder wie eure Abschlussnote aussieht – uns alle vereint, dass wir lernen und gelernt haben, mit den Mitteln der Wissenschaft die Welt zu begreifen, sie zu gestalten und uns anzueignen. Das wissenschaftliche Prinzip lehrt uns, Argumente methodisch abzuwägen, Quellen zu überprüfen, Behauptungen kritisch einzuordnen und – vielleicht am wichtigsten – unseren eigenen Standpunkt zu verlassen, von uns selbst zurückzutreten und die Perspektive zu wechseln.

Wissenschaft ermöglicht uns noch mehr. Sie kann unser Mittel sein, uns gegen Zwänge zu richten und uns davon zu befreien. Das – für viele schon abgedroschene, aber auch nach über 200 Jahren noch aktuelle – „habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“ kann durch die Wissenschaft konkret werden. Wir alle erwerben an der Universität die Fähigkeit, systematisch Gegebenheiten zu hinterfragen, Standards und Gewohnheiten aufzubrechen, Neues zu schaffen und Probleme zu lösen. Das gilt für uns alle. Unerheblich, was wir studieren oder studiert haben. Die einen wollen dahinter kommen, was die Gesellschaft so macht, wie sie ist und wie sie sein könnte. Andere haben ein eher technologisches Problem vor sich, gehen ihm auf den Grund und entwickeln eine Lösung. Wieder andere sehen Bedürfnisse im Alltag und finden Wege, sie leichter, schneller und besser erfüllen zu können. Oder sie vermitteln genau diese Perspektiven und Fähigkeiten schon denen, die noch lange nicht in der Altersklasse der Studierenden angekommen sind.

Die Wissenschaft zeigt uns: Zwänge sind gemacht. Wir haben die Befähigung, sie zu begreifen, sie aufzubrechen oder sie, nach kritischer Überprüfung, anzuerkennen. Die Wissenschaft befreit uns aber nicht von sich aus von veralteten Normen, Vorurteilen, Benachteiligungen, von überholten Technologien oder von Mängeln jeglicher Art. Sie ermöglicht vielmehr, uns selbst zu befreien.“

Rede zur Graduiertenfeier, Sommer 2018