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Internetauftritt zur „kritischen Festschrift“: Was ist da los?

Liebe Studis, liebe Interessierte,

 

wir haben Anfang Februar eine Publikation herausgegeben. Unter dem Titel „Eine Universität für das 21. Jahrhundert? 10 Jahre ‘Leuphana’. Eine kritische Festschrift“ wird in 26 Beiträgen die Geschichte unserer Universität in den vergangenen 10 Jahren beleuchtet. Die Festschrift wurde von einem AStA-internen Redaktionsteam zusammengetragen. An den Beiträgen waren neben Aktiven aus dem Allgemeinen Student*innenausschuss (AStA) auch eine Reihe von Student*innen, Lehrenden und Politiker*innen aus verschiedenen Parteien beteiligt.

 

Wir möchten die Informationen, die wir zusammengetragen haben, außer in der Festschrift auch auf einer dazugehörigen Internetseite zur Verfügung stellen. Außerdem möchten wir dort Rezensionen, Repliken, Ergänzungen und Diskussionsbeiträge jeglicher Art veröffentlichen und Kommentierung ermöglichen. Für diese Rezensionen haben wir schon einige Personen aus verschiedensten Bereichen angefragt, insbesondere auch Personen, deren Meinung vermutlich nicht von der kritischen Publikation abgedeckt wird, um eine breitere Perspektive auf Basis der vorliegenden Texte zu ermöglichen. In den Exemplaren der ersten Auflage ist die denkbar einfach merkbare Internetadresse www.kritische-festschrift.de abgedruckt. Doch wie es bei ehrenamtlicher Aktivität, besonders unter Zeitdruck und nach etlichen Nachtschichten, auch mal passieren kann: wir haben diese Domain nicht rechtzeitig für den AStA gesichert, bis kurz nach dem Drucktermin war sie allerdings frei.

 

Kurz nachdem wir die Schrift in den Druck gegeben hatten, haben wir festgestellt, dass ein Mandatsträger des Student*innenparlaments (StuPa) der Liste “die dr3i” die Domain für diese Internetseite gekauft hat. Als wir das gesehen und ihn deshalb kontaktiert haben, hat er sich – aus unserer Sicht – schnell bereit erklärt, uns die Domain für den Preis der Registrierung zu übertragen. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir die Publikation noch nicht veröffentlicht. Infolgedessen haben wir uns dann dazu entschieden, die Angabe der Domain nicht aus den gedruckten Exemplaren zu streichen, die einige Tage nach der Einigung, bei der Release-Veranstaltung, zum ersten Mal verteilt wurden. Das wäre zwar eine nervige Arbeit gewesen, aber zu diesem Zeitpunkt noch möglich. Da wir uns darauf verlassen haben, dass Sören Kann sich an seine Zusage hält, haben wir begonnen die Festschrift mit eben dieser Internetadresse zu verbreiten.

 

Im weiteren Verlauf hat er u.a. technische Probleme als Grund für Verzögerungen bei der Übertragung der Rechte angegeben. Völlig überraschend hat er sich im Nachhinein – nach der Veröffentlichung der Publikation – dann doch dafür entschieden uns die Domain nicht zu übertragen. Seiner Aussage nach waren moralische Bedenken mit dem AStA als Institution zusammenzuarbeiten der Grund für seine Meinungsänderung. Zwischenzeitlich  gab es von der Domain eine automatische Umleitung auf eine andere Seite, welche von einem weiteren Mitglied der Liste “die dr3i”, Christopher Bohlens, betrieben wird. Der dortige Inhalt hat einen klaren, diffamierenden Bezug zur Publikation – in Anbetracht der vorangegangenen Absprachen ein unerhörtes, unreifes und völlig destruktives Verhalten. Diese Weiterleitung wurde mittlerweile aufgehoben, eine Übertragung an uns ist aber nicht absehbar.

Entgegen der ersten getroffenen Absprache verlangt der Besitzer der Domain jetzt einen dreistelligen Betrag als Kaufpreis. Gerade angesichts der bisherigen Argumentation, moralische Bedenken würden die Weitergabe verhindern, ist diese Forderung besonders haarsträubend. Auf diese Forderung können wir nicht nur aufgrund ihres erpresserischen Charakters nicht eingehen, sondern auch, da es nicht vermittelbar ist, warum der AStA eine derartige Bereicherung ermöglichen sollte.

 

Wir möchten euch hiermit darauf hinweisen, dass wir die Verzögerung der Einrichtung der Begleitwebsite, die in den Büchern abgedruckt ist, sehr bedauern. Leider konnten wir uns auf seine Zusage nicht verlassen.

 

Unserem eigenen Anspruch folgend haben wir versucht, uns zur Verfügung stehende Möglichkeiten zur Konfliktlösung auszunutzen und haben viel Zeit eingeräumt, die vermeintlichen technischen Probleme zu lösen, persönliche Gespräche angeboten und letztendlich ein extern moderiertes Gespräch zur Klärung des Sachverhaltes unter Einbeziehung von weiteren “die dr3i”-Mitgliedern angestoßen. Leider hat auch das heutige Gespräch zu keiner Einigung geführt, sodass wir uns nun entschlossen haben öffentlich zu machen, wie es zum aktuellen Stand der Website kommt und wie sich die zwischenzeitige Weiterleitung erklären lässt.

 

Nach unserer Rechtsauffassung wurde am 29.01. ein Kaufvertrag zwischen dem Besitzer der Domain und dem AStA geschlossen, der bis heute nicht erfüllt wurde. Weiterhin wurde dieser Verstoß für den Versuch genutzt, dem Projekt sowie der Institution zu schaden. Leider sehen wir uns, sollten die letzten gesetzten Fristen nicht eingehalten werden, dazu gezwungen, rechtliche Schritte einzuleiten, die uns Zeit und Ressourcen kosten werden, die wir lieber für gute Vertretungs- und Bildungsarbeit eingesetzt hätten.

 

Das Verhalten des betroffenen StuPa-Mitglied ist auch als Teil seiner politischen Opposition, u.a. in seiner Rolle als StuPa-Mitglied, gegenüber dem AStA zu werten. Wir möchten ausdrücklich klarstellen, dass wir für jede sachliche Kritik offen sind. Gerade für ein Mitglied des StuPas hätte es allerdings sehr viele andere Möglichkeiten dafür gegeben.

Diese Form der Auseinandersetzung ist unserer Einschätzung nach fernab jeglicher halbwegs vernünftiger politischer Praxis. Es wurden bisher keine inhaltlichen Argumente gegen das Projekt vorgebracht. Auch die zeitweise Weiterleitung zeigt, dass keine Bereitschaft für sachliche Kritik besteht. Auf diese Art ist keine sinnvolle politische Auseinandersetzung mit der Kritik möglich, was wir insbesondere mit Blick auf die Zusammenarbeit im StuPa problematisch finden.

 

Im Namen der Projektgruppe

Linda Macfalda & Julius Flinks – AStA-Sprecher*innen