Am Dienstag den 24.11.2009 fand eine Vollversammlung der Studierendenschaft in Hörsaal 2 statt. Die Beteiligung war überwältigend. Der Hörsaal 2 war voll. Eine solche Beteiligung an einer Vollversammlung hat es zuletzt 2006 gegeben.
Die Vollversammlung war sehr gut besucht und die anwesenden Studierenden haben sich trotz z.T. großer Meinungsverschiedenheiten diszipliniert verhalten. So konnte ein gutes Gesprächsklima gesichert werden.
Sowohl für das Interesse, als auch die Gesprächsdiziplin wollen wir uns bei euch bedanken und freuen uns jetzt schon auf die nächste Vollversammlung, die in zwei Wochen stattfinden soll.
Zu den Einzelheiten:
Es waren über 800 Studierende anwesend, das entspricht mehr als 10% der gesamten Studierendenschaft der Universität.
Inhaltlich wurde zunächst der Protest in Lüneburg in das Gesamtbild der Bildungsprotest, die in Europa und den USA stattfinden, eingeordnet..
Im Anschluss wurde die Synthese der Ergebnisse aus dem Freiraum Hörsaal 1 vorgestellt. Diese sind hier einsehbar. Die daraus artikulierten Forderungen wurden zum allergrößten Teil mit tosendem Beifall „zur Kenntnis genommen“. Ein Meinungsbild verdeutlichte dann diesen Eindruck, als sich ein Großteil der Anwesenden für das Thesenpapier und die Forderungen aussprach.
Anschließend wurde ein Fragenkatalog zur geplanten Reform des College, die unter dem Arbeitstitel „College 2.0“ bekannt ist vorgestellt. Ebenso wurde eine dazugehörige Stellungnahme verlesen. Beidem wurde erneut per Meinungsbild zugestimmt. Fragenkatalog und Stellungnahme sind auf der Homepage des Hörsaal 1 einsehbar. Der Fragenkatalog wurde noch am selben Tag an das Präsidium verschickt.
Nach den Ergebnissen der Proteste wurde Raum für Kritik geöffnet. Die größte Kritik an dem Streik bestand darin, dass durch die Besetzung des Hörsaal 1 anderen Studierenden die Möglichkeit genommen wird zu studieren. Hierbei werden besonders die BWLer des 3. Semesters in Mitleidenschaft gezogen, die 12 Veranstaltungen im Hörsaal 1 haben.
Es wurde klar gesagt, das ein Zwang zum Protest nicht im Sinne der Studierendenschaft ist und so schnell eine Lösung für den Ausfall von Veranstaltungen gefunden werden soll. Daher wurde der Auftrag an die Verfasste Studierendenschaft gestellt das Präsidium zu einer sofortigen Klärung aufzufordern. Dies Forderung wurde noch am selben Tag Folge geleistet und eine Einigung ist absehbar.
Eine weitere Kritik an dem Protest war es, dass einige Studierende durch Aussagen, wie die generelle Abschaffung des Kapitalismus, die im Plenum getroffen wurden abgeschreckt wurden. Die Forderung hier war den Fokus der Diskussionen auf die Forderungen zur Bildungspolitik die von allen Studierenden getragen werden können zu beschränken.
Nach der Kritik folgte ein Info-TOP zur Campusentwicklung und den Bauplänen der Universität. Leider musste hier von Rückschlägen berichtet werden. Die Unterschriftensammlung (hier Infos zur Unterschriftensammlung), die ein Drittel der Studierendenschaft unterstützte, wurde zunächst vom Bauausschuss zum Teil übernommen, indem aus dem Hotel ein Gästehaus wurde und aus 250 nur noch 50 Betten. Leider wurde dieser Kurs in der folgenden Sitzung nicht gehalten (weitere Infos hier).
Nach diesem Info-Top wurde ein Antrag auf erneute Vollversammlung in zwei Wochen gestellt. Dieser Antrag wurde angenommen.
Hiernach folgte der Info-TOP zur Verfassung der Verfassten Studierendenschaft. Die stark professionalisierte derzeitige Struktur der VS benötigt viele Engagierte um ein effektives Arbeiten zu ermöglichen. Bei der derzeitigen Anzahl an Engagierten ist dies kaum noch möglich. In der von AStA und StuPa durchgeführten Zukunftswerkstatt wurden Konzepte angedacht, welche die Struktur der Verfassten Studierendenschaft im Kern verändern. Ein weiteres Planungstreffen hierzu wird am 2. Dezember um 14 Uhr in Raum C12.06 stattfinden. Alle Studierenden sind hierzu herzlich eingeladen.
Dies war der letzte inhaltliche TOP. Nach der Vollversammlung fand eine bildungspolitische Demonstration statt, an der laut Aussage der LZ rund 1000 Studierende teilnahmen. Sie verlief vom Campus bis zum Rathaus, wo der Bauauschuss tagte. Bei Erreichen des Platzes hatte der Bauausschuss seine Sitzung jedoch schon beendet. Es wurde darauf verwiesen, dass die endgültige Entscheidung am Donnerstag fällt und es wichtig wäre den Protest dann noch einmal direkt anzubringen.
Das Protokoll der Vollversammlung folgt in Kürze