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INFORMATIONSSEITEN ZUR CAMPUSENTWICKLUNG DER UNIVERSITÄT

Stand: 28.07.2010

 

Diese Seite gibt einen Überblick und verlinkt die wichtigsten Dokumente. Alle Infos sind nach bestem Wissen und Gewissen zusammengetragen. Eine Gewähr für Aktualität und Richtigkeit können wir jedoch nicht geben, insbesondere wegen der katastrophalen Kommunikations- und Beteiligungspolitik der Universitätsleitung.


Übersicht:

  • Zusammenfassung aktueller Stand
  • Die geplante Campusentwicklung
  • Hauptkritikpunkte in Kürze
  • Das sagen die Studierenden zur Campusentwicklung
  • Die Erklärung der ehem. Präsidenten
  • Bauleitplanung für den Campus
  • Statusbericht im Detail
  • Weitere Infoquellen




Zusammenfassung AKTUELLER STAND:

Die Studierendenschaft lehnt die geplante Campusentwicklung entschieden ab.

Die Universitätsleitung verfolgt das Projekt weiter. Am 16.07.2010 hat der Stiftungsrat grünes Licht für Vertragsverhandlungen mit einem der potentiellen Investoren geben. Die Vertragsverhandlungen können auch ohne Ergebnis beendet werden. Insbesondere eine Wirtschaftlichkeitsprüfung steht noch aus.

Im September sollte ein symbolischer Spatenstich erfolgen. Ob dies noch geplant ist, ist derzeit ungewiss.

Der Bau soll 2011 beginnen und Ostern 2014 abgeschlossen sein.




Das ist die geplante Campusentwicklung:

Die Universitätsleitung plant, neue Gebäude auf dem Campus Scharnhorststraße zu errichten. Geplant sind:

  1. Ein Zentralgebäude mit Audimax (1.200 Plätze), Seminarräumen, Büros, großem Multifunktionsbereich und Gastronomie. Das Gebäude wurde von Stararchitekt Daniel Libeskind entworfen und soll auf dem Parkplatz vor dem Vamos gebaut werden. Dafür werden die Gebäude 34 und 27a (Fahrradwerkstatt) abgerissen.
  2. Ein Hotel gehobenen Standards mit unklarer Bettenzahl in Kombination mit
  3. einem Parkhaus mit bis zu 800 Stellplätzen auf dem Parkplatz hinter der Ladenzeile.
  4. Zwei Parkpaletten an der Scharnhorststraße auf den Parkplätzen nördl. der Mensa und nördl. Geb. 14
  5. Ein Studierendenwohnheim zwischen Bibliothek und Studio 21 (vom Stiftungsrat mangels Bedarf gestoppt)

Der Campus selbst soll zukünftig autoarm sein, das Parken nur in den Bauten möglich. Weiterhin soll eine komplette Neugestaltung der Freiflächen erfolgen.

 

Das Audimax soll nicht nur von der Uni, sondern auch von Stadt und Landkreis als Stadthalle genutzt werden. Die Zusammenarbeit ist in der "Strategischen Rahmenvereinbarung zwischen Stadt, Landkreis und Uni" und einer geheimen Nutzungsvereinbarung geregelt. Die Universität hat die Rahmenvereinbarung mehrfach gebrochen (kontinuierlich sinkende Studierendenzahlen trotz höheren Landeszuschusses & privater Betreiber (s.u.)). Weiterhin war ursprünglich eine Größe von 3.000-4.000 Plätzen vereinbart, die Universität hat die Planung jedoch einseitig auf 1.200 Plätze reduziert.

 

Sämtliche neuen Gebäude sollen von einem privaten Investor gebaut und betrieben werden, der einen Erbpachtvertrag über vermutlich 25 Jahre erhalten soll. Dieser muss Gewinn erwirtschaften und das hat Auswirkungen auf die einzelnen Teilmaßnahmen:

  1. Der Investor hat im Zentralgebäude umfassende Nutzungsrechte und kann dieses u.a. gewinnbringend vermieten. U.a. ein Zuschnitt des kompletten Erdgeschosses erfolgte auf seine Anforderungen. Ein Vorrang der Universität ist derzeit ungewiss.
  2. Das Hotel dient vorrangig der nicht-universitären Nutzung.
  3. Das Parken auf dem Campus ist zukünftig kostenpflichtig. Das gilt auch für Studierende.
  4. Es bestehen begründete Vermutungen, dass der Investor Zugriff auf weitere Räumlichkeiten im derzeitigen Bestand erhält, u.a. die Mensa.

 

Die Finanzierung des Zentralgebäudes (Kosten ca. 60 Mio. Euro) erfolgt größtenteils aus öffentlichen Geldern.

  1. Rund 20 Mio. vom Land Niedersachsen
  2. Rund 15 Mio. EU-Fördermittel
  3. Rund 7 Mio von Hansestadt und Landkreis Lüneburg
  4. weitere kleinere Beträge aus unterschiedlichen Quellen, darunter von der Rheinzink GmbH & Co. KG
  5. Beitrag des Investors

Die Universität zahlt für das Zentralgebäude darüber hinaus einen jährlichen Betriebskostenzuschuss in beträchtlicher Höhe. Die weiteren Bauten (Hotel, Parken) werden allein vom Investor finanziert.

 


Die Hauptkritikpunkte in Kürze:

Eine bedarfsgerechte Campusentwicklung ist unbestritten sinnvoll. Die Planungen sind dies jedoch nicht. Die hauptsächlichen Kritikpunkte in Kürze:

  1. Die Interessen eines gewinnorientierten Investors kollidieren mit denen der Universität. Studierende wollen kostengünstige Verpflegung und flexible Raumnutzung, Investoren Gewinn und Planungssicherheit; Ein absoluter Vorrang von Forschung und Lehre ist in der Planung nicht gewährleistet. Das schadet der Universität.
  2. Die Planungen sind nicht bedarfsgerecht, sondern auf die Anforderungen von Investoren zugeschnitten. Die Universität wird aber in absehbarer Zukunft keine weiteren öffentlichen Gelder für notwendige Bauten erhalten. Bedarf bleibt ungedeckt. Öffentliches Geld wird verschwendet.
  3. Die Einbeziehung eines privaten Investoren-Konsortiums bringt die Universität in finanzielle Abhängigkeiten. Im Falle einer Pleite muss sie mit eigenen Haushaltsmitteln in ein laut Landesrechnungshof unwirtschaftliches Projekt einspringen.
  4. Die Größe des Audimax zementiert eine kleine Universität. Bei Beibehaltung des Leuphana-Konzepts ist eine Zahl von 10.000 Studierenden nicht mehr zu erreichen.
  5. Universitätsfremde Nutzungen wie das Hotel verschwenden die letzten Erweiterungsflächen der Uni. Sie verhindern zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten und gefährden damit langfristig die Uni.
  6. Kostenpflichtiges Parken für Studierende ist in vielen Fällen sozial ungerecht und führt zu Ausweichverkehren in die umliegenden Wohngebiete.
  7. Mögliche Interessenskonflikte des zuständigen Vizepräsidenten Holm Keller konnten nicht ausgeräumt werden. Er ist nach wie vor auch privat mit mehreren beteiligten Akteuren geschäftlich verbunden (vgl. Proportion GmbH)
  8. u.v.m.


Das sagen die Studierenden zur Campusentwicklung:

Seit 2006 ist viel passiert. Hier die wichtigsten Äußerungen:

Stellungnahme von AStA und StuPa zur Zusammenarbeit mit dem Präsidium (01.03.2007)

Vorschläge des AStA-Ökoreferats zur Neugestaltung des Campus Scharnhorststraße (04.03.2007)

Stellungnahme des AStA zur Rahmenvereinbarung (25.04.2007)

Stellungnahme des StuPa zur Zusammenarbeit und Kommunikation mit dem Präsidium (25.05.2007)

Ausführliche Stellungnahme des AStA zur Campusentwicklung (23.01.2008)

Pressemitteilung der AStA-Sprecher (09.12.2008)

Grundsatzentscheidung von AStA & StuPa zum Vorrang von Forschung und Lehre (28.10.2009)

Pressemitteilung: AStA & StuPa lehnen Hotel und privaten Investor ab (29.10.2009)

Rund 2.500 Studierende fordern Vorrang für Forschung & Lehre, lehnen Hotel und kostenpflichtiges Parken ab (13.11.2009)

Ca. 1.000 Studierende demonstrieren in der Stadt gegen ein Campushotel (24.11.2010)

Vollversammlung mit rund 600 TeilnehmerInnen lehnt privaten Investor ab (06.07.2010)

Offener Brief von StuPa & NOA-Referat warnt potentielle Investoren (07.07.2010)

StuPa-Grundsatzbeschluss erneuert Ablehnung von Investoren auf dem Campus (14.07.2010)

Stellungnahme der Fachschaft BWL, VWL, LBBS, WiSo sieht Investor kritisch, aber auch Kompromisspotential (15.07.2010)

 


Die Erklärung der ehem. Präsidenten:

Am 26. Februar 2008 hat eine Reihe hochrangiger, ehemaliger Universitätsmitglieder eine Erklärung zur Hochschulentwicklungspolitik der Leuphana Universität Lüneburg abgegeben, die mit dem Vorhaben der Campusentwicklung hart ins Gericht geht.

 


Bauleitplanung für den Campus:

Neue Gebäude auf dem Campus können nicht einfach nach Lust und Laune der Universität gebaut werden. Sie benötigen eine rechtliche Grundlage, den sog. "Bebauungsplan". Darin regelt die Stadt, was gebaut werden darf und was nicht.

Derzeit gilt der B-Plan Nr. 101, der weitgehende Freiheiten für universitäre Bauten bis zu 21 m Höhe einräumt. Höhere Gebäude sind nicht zulässig.

In der Zeit von Frühjahr 2008 bis November 2009 hat die Stadt Lüneburg den neuen B-Plan Nr. 137 "Leuphana Universität" erarbeitet. Dieser ist vom Rat trotz heftiger Studierendenproteste beschlossen und wurde von der Regierungsvertretung nach langer Prüfung genehmigt. Er ist jedoch noch nicht veröffentlicht und damit nicht rechtskräftig. Gegen diesen Plan wurden in der Bürgerbeteiligung zahlreiche Bedenken geäußert, so dass möglicherweise nach Veröffentlichung von einigen EinwenderInnen noch der Rechtsweg bestritten werden könnte.

Bis auf Weiteres gelten daher die Vorgaben des B-Plans Nr. 101.

Nähere Informationen findet ihr auf der Unterseite asta-lueneburg.de/buergerbeteiligung

 


Statusbericht im Detail:

Zentralgebäude

  • Vertragsverhandlungen mit potentiellen Investoren finden statt
  • nach geltendem Bebauungsplan wg. Höhenüberschreitung unzulässig
  • Finanzierung teilw. gesichert, teilw. in Aussicht gestellt, teilw. abhängig von Investorensuche
  • Baubeginn nicht absehbar, geplant 2011 (zuvor: 2008, dann 2009, dann 2010)
  • Endgültige Entscheidung des Stiftungsrats steht aus

Hotel

  • konkrete Planung unbekannt; integriert in Vertragsverhandlungen
  • nach geltendem B-Plan als nicht-universitäre Nutzung unzulässig
  • Finanzierung abhängig von Investorensuche
  • Baubeginn nicht absehbar
  • Endgültige Entscheidung des Stiftungsrats steht aus

Parkhaus

  • konkrete Planung unbekannt; integriert in Vertragsverhandlungen
  • Finanzierung abhängig von Investorensuche
  • Baubeginn nicht absehbar
  • Endgültige Entscheidung des Stiftungsrats steht aus

Parkpalette (Mensa)

  • konkrete Planung unbekannt; integrierte Räumlichkeiten für Technik, Hausdienst, AStA-Fahrradwerkstatt
  • Finanzierung durch Konjunkturpaket II (Technikräumlichkeiten); Finanzierung Parkpalette unbekannt
  • Vom Stiftungsrat beschlossen, Baubeginn 9.8.2010

Parkpalette (Geb. 14)

  • konkrete Planung unbekannt; integriert in Vertragsverhandlungen
  • Finanzierung abhängig von Investorensuche
  • Baubeginn nicht absehbar
  • Endgültige Entscheidung des Stiftungsrats steht aus

Studierendenwohnheim

  • vom Stiftungsrat gestoppt

Außenanlagen

  • Ideenwettbewerb läuft; Ergebnis Anfang Oktober 2010
  • Finanzierung nicht absehbar (außer Umfeld Zentralgebäude)
  • Endgültige Entscheidung des Stiftungsrats steht aus

Leitsystem (Beschilderung, Information)

  • studentische Ideen aus Seminar, genaues Konzept unbekannt
  • Finanzierung  5.ooo Euro Spende der Haspa; Restbetrag ungewiss
  • Baubeginn unbekannt


Hier bekommst Du weitere Infos:

Für deine Information gibt es abgesehen von dieser Seite verschiedene - mehr oder weniger gute - Möglichkeiten:

 

Einige spärliche Infos gibts auch aus den Protokollen der universitären und studentischen Gremien: Senat, Fakultätsräte, AStA-Sitzung & StuPa (Einsicht im AStA-Büro)

 

Von einigen zentralen Veranstaltungen existieren Videoaufzeichnungen. Diese sind aus Kostengründen leider nicht mehr online verfügbar, können aber auf Anfrage gern eingesehen werden. Die folgenden Videos sind bei uns verfügbar:

  • Studierendenversammlung am 09.05.2007
  • Antrittsvorlesung von Daniel Libeskind am 27.06.2007
  • Vollversammlung der Studierenden am 24.10.2007
  • Podiumsdiskussion zur Campusentwicklung am 04.12.2007
  • Landespressekonferenz zur Campusentwicklung am 19.12.2007
  • Zentralgebäudepräsentation am 16. Mai 2008

 

Wir würden dich gern umfassender informieren, aber der Infofluss von Seiten der Unileitung ist mehr als unzureichend. Seit 2006 haben wir es trotzdem geschafft, eine Menge Informationen zusammenzutragen. Diese konnten wir leider nicht immer in vollem Umfang öffentlich präsentieren. Die Pflege dieser Seiten benötigt sehr viel Zeit und wir kommen mit der Arbeit nie nach. Wenn Du also Fragen hast, wende dich gern an NOA. Wahrscheinlich können wir Dir noch viele weitere Infos geben.






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